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Typenschlüssel entschlüsselt

HC, CE, SS, 2RS, C3, TN9. Jeder Anbieter kürzt anders ab und erklärt es nur im eigenen Katalog. Hier steht auf einer Seite, was die Zusätze bedeuten.

Von Dieter Kijan 11 Minuten Lesezeit Stand 04.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zahl vorn ist genormt. 6205 hat überall dieselben Maße. Von den Zusätzen dahinter ist nur ein Teil genormt, etwa C3 für die Lagerluft. Den Rest legt jeder Anbieter selbst fest. Deshalb hat ein Lager bei fünf Anbietern oft fünf verschiedene Namen.
  • Drei Fragen klären fast alles: Woraus sind die Ringe? Woraus die Kugeln? Woraus der Käfig? Wer das im Klartext beantwortet bekommt, braucht kein Kürzel.
  • CE ist die gefährlichste Abkürzung. Bei einem Anbieter heißt sie Vollkeramik, beim nächsten nur Keramikkugeln. Dazwischen liegt grob der doppelte bis vierfache Preis.
  • Meist begrenzen Dichtung, Fett und Käfig die Temperatur, lange bevor die Keramik an ihre Grenze kommt. Eine NBR-Dichtung endet bei 100 °C, ein Polyamidkäfig bei 120 °C.
  • C3 heißt einfach: mehr Spiel im Lager. Ein Gütesiegel ist das nicht. Bei 25 mm Bohrung sind das 13 bis 28 Tausendstel Millimeter statt 5 bis 20.

Warum das so ist, steht ausführlich darunter. 11 Minuten Lesezeit.

Warum das so unübersichtlich ist

Die Zahl vorn ist genormt. 6205 hat bei jedem Hersteller dieselben Maße: 25 Millimeter Bohrung, 52 Millimeter Außendurchmesser, 15 Millimeter breit. Darauf ist Verlass. Werkstoff, Käfig und Tragzahl können trotzdem verschieden sein.

Bei den Zusätzen dahinter wird es bunt. Ein Teil ist genormt, etwa C3 für die Lagerluft oder P6 für die Genauigkeit. Den Rest legt jeder Hersteller und jeder Händler selbst fest. Bei Keramiklagern wird es besonders wild, weil zusätzlich der Werkstoff von Ringen, Kugeln und Käfig hineinmuss. Ein Hybridlager mit Edelstahlringen kann dann zum Beispiel so heißen:

Ein Hybridlager 6205 mit Edelstahlringen, beidseitiger Dichtung, Kunststoffkäfig und mehr Spiel, in Schreibweisen, wie sie im Handel vorkommen. Nicht jede Schreibweise nennt alle Merkmale.
Wer so schreibtBezeichnung
Technischer HändlerSS HC 6205 2RS TN C3
Katalogversand6205-2RS CE C3 Edelstahl
Werkstoff vornSi3N4 / SS 6205 2RS
Im KlartextHybrid, Ringe Edelstahl, Kugeln Siliziumnitrid, beidseitig gedichtet, Käfig Kunststoff, mehr Spiel

Markenhersteller schreiben ähnliche Lager noch einmal anders. Ein Beispiel von SKF steht weiter unten.

Verlassen Sie sich nie auf das Kürzel allein. Fragen Sie im Zweifel drei Dinge nach: Woraus sind die Ringe? Woraus sind die Kugeln? Woraus ist der Käfig? Damit ist alles Wichtige geklärt.

Der Grundaufbau der Bezeichnung

Die vier Ziffern vorn sind der verlässliche Teil. Sie werden von links nach rechts gelesen:

6Bauart 2Reihe 05Bohrung
6

Es ist ein Rillenkugellager, die häufigste Bauart überhaupt. Eine 7 an dieser Stelle wäre ein Schrägkugellager.

2

Die Durchmesserreihe. Sie sagt, wie kräftig das Lager bei gleicher Bohrung gebaut ist. Von dünn nach kräftig lautet die Folge 8, 9, 0, 1, 2, 3, 4. Üblich sind die Namen 0 sehr leicht, 2 leicht, 3 mittel, 4 schwer.

05

Die Bohrung. Ab 04 gilt: Zahl mal 5 ergibt die Bohrung in Millimetern, hier also 25. Darunter gilt eine Sonderregel: 00 = 10, 01 = 12, 02 = 15, 03 = 17 mm. Ausnahmen sind 22, 28 und 32 mm, die stehen mit Schrägstrich da, etwa 62/22.

Unter 10 mm Bohrung steht die Bohrung direkt in Millimetern: 608 hat also 8 mm. Dünnringlager wie 61805 haben nach der 6 noch eine 1 für die Breite, dort passt das Schema nur ab der dritten Ziffer.

Werkstoff der Kugeln

Das ist die wichtigste Angabe. Ausgerechnet hier ist die Vielfalt am größten.

KürzelBedeutungAnmerkung
HC, HC5Hybrid: Stahlringe, KeramikkugelnDas gängigste Kürzel, etwa bei SKF und FAG. NSK schreibt SN24, NTN 5S.
HYB, HYdasselbe wie HCAndere Schreibweise, gleiche Sache
CE, CER, KERKeramik, meist VollkeramikWird uneinheitlich benutzt, siehe Warnung unten
Si3N4Siliziumnitrid, schwarzDer Werkstoff ist eindeutig. Offen bleibt, ob nur die Kugeln oder auch die Ringe daraus sind. Beides gibt es.
ZrO2Zirkonoxid, weiß, meist VollkeramikDer Werkstoff ist eindeutig
SiCSiliziumkarbidSelten, sehr hart, sehr spröde

Verwechselt wird vor allem eins. CE heißt bei manchen Anbietern Vollkeramik, bei anderen nur „mit Keramikkugeln“, also Hybrid. Der Preisunterschied liegt grob beim Doppelten bis Vierfachen. Wenn nur CE dasteht und kein Ringwerkstoff genannt wird: nachfragen. Bei SKF-Spindellagern steht CE sogar für etwas ganz anderes, nämlich 15 Grad Druckwinkel in der schnellen Bauform E. Mit Keramik hat das nichts zu tun.

Werkstoff der Ringe

KürzelBedeutungAnmerkung
kein Zusatznormaler WälzlagerstahlDer Standard. Rostet.
SS, S, W, F-Edelstahl, oft die Sorte 1.4125, auch als 440C bekanntRostträge, trägt etwas weniger, bleibt magnetisch
SS-HC, SCEdelstahlringe mit KeramikkugelnDie übliche Wahl für feuchte Umgebungen
Full Ceramic, FCRinge ebenfalls aus KeramikSteht meist zusammen mit ZrO2 oder Si3N4

Bei den Herstellern heißt Edelstahl jeweils anders: Schaeffler setzt ein S vor die Zahl, SKF ein W, NTN ein F-. Vorsicht bei SKF-Spindellagern: Dort heißt ein S vorn „abgedichtet“.

Edelstahl ist nicht rostfrei, sondern rostträge. Er hält Feuchtigkeit und milde Reiniger gut aus. Gegen Säure, Salz und Dauernässe reicht er nicht. Warum das so ist, steht im Beitrag Wasser, Lauge und Reinigungschemie.

Abdichtung

Die Abdichtung hält Fett drinnen und Schmutz draußen. Diese Kürzel kennt man vom Stahllager, sie gelten bei Keramiklagern genauso.

KürzelBedeutungWann sinnvoll
kein Zusatzoffen, keine AbdichtungTrockenlauf, Vollkeramik, Umlaufschmierung
ZZ, 2Zzwei Blechscheiben, ohne BerührungSchutz gegen groben Schmutz, kaum Reibung
2RS, 2RS1, 2RSH, DDU, LLUzwei Gummidichtungen, die am Innenring schleifenGuter Schutz, etwas mehr Reibung, begrenzt die Drehzahl
2RZ, 2RSL, VV, LLBzwei Gummidichtungen mit schmalem Spalt, berühren praktisch nichtBesserer Schutz als Blech, wenig Reibung
LLHzwei Gummidichtungen, die nur leicht anliegenKompromiss aus Schutz und Reibung
RS, Znur eine Seite gedichtetWenn eine Seite ohnehin geschützt liegt

Die Kürzel mit LL stammen von NTN aus Japan, auch Händler verwenden sie. Und Vorsicht bei RS2: Das ist bei SKF eine Dichtung aus Fluorkautschuk auf nur einer Seite, beidseitig heißt sie 2RS2. Wie Dichtung, Lagerluft und Werkstoff bei SKF, FAG, NSK und NTN heißen, steht in der Crossreferenz.

Die Dichtung ist oft das schwächste Teil. Gummischeiben aus dem üblichen Werkstoff NBR sind für −40 bis +100 °C zugelassen, kurzzeitig bis 120 °C. Bei Vollkeramiklagern ohne Fett gibt es nichts, was die Dichtung drinnen halten müsste. Sie laufen deshalb oft offen, denn eine Dichtung bringt dort nur Reibung und Wärme.

Käfig

Der Käfig hält die Kugeln auf Abstand, damit sie sich nicht berühren. Er wird meist überlesen, begrenzt die Einsatztemperatur aber häufig früher als die Keramik. Zirkonoxid selbst verträgt ohne Kunststoffkäfig rund 400 °C. Ein Händler gibt sein Zirkonoxidlager trotzdem nur bis 180 °C frei. Die Grenze setzt dort der PTFE-Käfig.

KürzelWerkstoffTemperaturEignung
JBlech aus StahlhöherBeim Rillenkugellager der Standard. Robust, leitet aber Strom und gleitet nicht von selbst.
TN, TN9, TVHPolyamid, oft glasfaserverstärktbis 120 °CGünstig und leise. Beim Rillenkugellager eine Option neben dem Blechkäfig.
TNH, PEEKein hochfester Kunststoffrund 250 °CFest und formstabil, für hohe Drehzahl und Temperatur. Teuer.
PTFETeflonje nach Anbieter 180 bis 260 °CFast unangreifbar durch Chemie und gleitfähig. Häufig im Vollkeramiklager.
M, MAMessinghöherRobust, hohe Drehzahl, in Keramiklagern selten.
kein Käfigvollkugeligkeine KäfiggrenzeMehr Tragkraft, deutlich weniger Drehzahl.

Ein T im Kürzel steht bei SKF und FAG für einen Käfig aus Hartgewebe mit Phenolharz. Mit PTFE hat es nichts zu tun. Und SS meint fast immer die Edelstahlringe. Steht es beim Käfig, fragen Sie nach.

Der Käfig entscheidet auch über die Chemie. Ein Polyamidkäfig verträgt heiße oder starke Natronlauge nicht, auch viele Säuren greifen ihn an. Glasfasern machen ihn gegen Lauge noch empfindlicher. Wenn Sie das Lager wegen der Umgebung kaufen, muss der Käfig dazu passen. In der Regel heißt das PTFE oder PEEK.

Lagerluft

Lagerluft ist das Spiel im Lager: Wie weit lassen sich Innen-  und Außenring gegeneinander verschieben, wenn das Lager nicht eingebaut ist. Das klingt nach einem Mangel, ist aber Absicht. Ohne Spiel klemmt das Lager, sobald es warm wird.

Die Werte sind genormt. Für ein Lager mit 25 Millimeter Bohrung, also ein 6205, gilt:

Radiales Spiel nach DIN 620-4 und ISO 5753, für Bohrungen über 24 bis 30 mm. Ein Mikrometer ist ein Tausendstel Millimeter.
KürzelSpielBedeutungWann
C21–11 µmweniger als normalwenn es sehr genau führen soll
C0, CN5–20 µmnormal, steht meist nicht dabeider Standardfall
C313–28 µmmehr als normalwenn das Lager warm wird oder schnell dreht
C423–41 µmdeutlich mehrbei starker Erwärmung

Vom kleinsten C2-Wert bis zum größten C4-Wert sind es 40 Mikrometer, also vier Hundertstel Millimeter. Das klingt nach nichts und entscheidet darüber, ob ein Lager bei Wärme klemmt oder läuft.

Wichtig bei Hybridlagern: Siliziumnitrid dehnt sich bei Wärme viel weniger aus als Stahl. Im Betrieb wird der Innenring meist wärmer als der Außenring, das nimmt Lagerluft weg. Das gilt auch im Hybridlager, nur wächst die Keramikkugel dabei kaum mit. Deshalb verliert ein Hybridlager weniger Luft als ein Stahllager. Es braucht also nicht automatisch dieselbe Lagerluft wie das Stahllager, das es ersetzt. Wenn sich Drehzahl oder Temperatur ändern, gehört das geprüft. Wie viel Luft Passung und Wärme wirklich wegnehmen, steht mit Beispielrechnung im Beitrag Lagerluft C2, CN, C3, C4.

Genauigkeit und Kugelgüte

Zwei Dinge, die gern verwechselt werden. Die Toleranzklasse beschreibt das fertige Lager. Die Kugelgüte beschreibt nur die Kugeln.

Toleranzklasse

KlasseEinordnung
P0, NormalNormalklasse. Reicht für fast alles.
P6Etwas genauer als normal.
P5Genau. Für Spindeln und Messtechnik.
P4, P2Sehr genau. Für schnelle Werkzeugmaschinenspindeln.

Kugelgüte

Die Güteklasse legt mehrere Toleranzen zusammen fest: wie rund die Kugel ist, wie stark ihr Durchmesser schwankt und wie rau die Oberfläche sein darf. Die Tabelle zeigt die zulässige Abweichung von der Kugelform. Die Zahl hinter dem G stammt aus dem Zollsystem: G5 steht für 5 Millionstel Zoll, das sind 0,13 µm. Mehr dazu steht im Beitrag Kugelgüte G5 bis G100.

KlasseDarf abweichen umWo man sie findet
G30,08 µmhochgenaue Spindeln, Messtechnik
G50,13 µmschnelle Präzisionslager
G100,25 µmPräzisionslager, Maschinenbau
G200,5 µmeinfache Anwendungen
G1002,5 µmeinfache Lager und Rollen, Ventile

Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist rund 70 Mikrometer dick. Eine Kugel der Klasse G5 darf also um weniger als ein Fünfhundertstel Haardicke von der Kugelform abweichen. Bei hoher Drehzahl merkt man den Unterschied. Im normalen Maschinenbau selten.

Zwei Beispiele aufgelöst

SS 6205 2RS HC C3 PEEK

Die Bezeichnung SS 6205 2RS HC C3 PEEK, darunter ein Teilschnitt durch das Lager und rechts die Übersetzung: SS Ringe aus Edelstahl, 6205 Rillenkugellager 25 mal 52 mal 15 Millimeter, 2RS beidseitig mit Gummi gedichtet, HC Kugeln aus Keramik, C3 mehr Lagerluft als normal, PEEK Käfig aus PEEK.SS62052RSHCC3PEEKB = 15 mmSSRinge aus Edelstahl6205Rillenkugellager, 25 × 52 × 15 mm2RSbeidseitig mit Gummi gedichtetHCKugeln aus KeramikC3mehr Lagerluft als normalPEEKKäfig aus PEEK
Jedes Kürzel beschreibt ein Teil des Lagers. Links der Schnitt durch eine Kugel: Ringe aus Edelstahl, Dichtungen auf beiden Seiten, eine Keramikkugel, etwas mehr Luft und ein Käfig aus PEEK. Die Maße stecken nur in der Zahl 6205.
TeilBedeutung
SSRinge aus Edelstahl
6205Rillenkugellager, 25 × 52 × 15 mm
2RSbeidseitig mit Gummi gedichtet
HCHybrid, also Keramikkugeln
C3mehr Spiel als normal
PEEKKäfig aus hochfestem Kunststoff

Daraus lässt sich ablesen: Das Lager ist für eine feuchte Umgebung gedacht. Die schleifende Gummidichtung begrenzt aber Drehzahl und Temperatur. Ist sie aus dem üblichen NBR, ist bei 100 °C Schluss, kurzzeitig bei 120 °C. Der PEEK-Käfig allein könnte mehr.

6205-2RSLTN9/HC5C3WT

So schreibt SKF ein ähnliches Hybridlager. Ganz dasselbe ist es nicht. Die Ringe sind aus Wälzlagerstahl, die Dichtungen berühren praktisch nicht, und der Käfig ist aus glasfaserverstärktem Polyamid. Die Grundbezeichnung ist 6205. Nach dem Bindestrich folgen Dichtung und Käfig, nach dem Schrägstrich Werkstoff, Lagerluft und Fett.

TeilBedeutung
6205Rillenkugellager, 25 × 52 × 15 mm
2RSLbeidseitig reibungsarme Dichtung, berührt praktisch nicht
TN9Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid
HC5Hybrid mit Kugeln aus Siliziumnitrid
C3mehr Spiel als normal
WTFett für einen weiten Temperaturbereich

Genormt sind hier nur 6205 und C3. 2RSL, TN9, HC5 und WT sind Kürzel von SKF. Andere Hersteller schreiben dafür andere Zeichen, NTN kennzeichnet Keramikkugeln zum Beispiel mit 5S. Wer die Kürzel sicher lesen will, braucht die Liste des jeweiligen Herstellers. Einen PEEK-Käfig kennzeichnet SKF übrigens mit TNH, Edelstahlringe mit einem W vorn.

Bei uns steht zu jedem Artikel die Bezeichnung und der Klartext. Dazu nennen wir die Nummern der anderen Anbieter, weil Kunden danach suchen. Sie müssen keine Kürzel auswendig lernen.

Häufige Rückfragen

Auf meinem Lager steht nur „6205“. Was fehlt mir?

Der Werkstoff, die Abdichtung, der Käfig und das Spiel. Ohne Zusatz gilt meist: Wälzlagerstahl und normales Spiel. Wenn Sie ein vorhandenes Lager ersetzen, schauen Sie es sich an. Die Farbe der Kugeln verrät meist den Werkstoff: Stahl glänzt metallisch, Siliziumnitrid ist grau bis schwarz, Zirkonoxid ist meist weiß.

Ist C3 besser als C0?

Nein. C3 ist nur mehr Spiel. Zu viel Spiel bedeutet ungenaue Führung und Geräusch, zu wenig bedeutet Klemmen bei Wärme. Richtig ist die Lagerluft, die zur Passung und zur Betriebstemperatur passt. Bei Elektromotoren und warmen Anwendungen ist das oft C3. Daher hält sich das Gerücht, C3 sei die bessere Ausführung.

Brauche ich für ein Hybridlager eine bessere Kugelgüte?

Nicht zwingend. Der Hersteller wählt die Kugeln passend zur Genauigkeit des Lagers, in Präzisionslagern sind das oft G5 oder G10. Eine noch bessere Klasse lohnt sich erst bei sehr hoher Drehzahl und in Präzisionsspindeln. Wenn Ihnen jemand G3 verkauft, sollte er begründen können, warum.

Was bedeutet ein Zusatz, den ich hier nicht finde?

Wahrscheinlich ist er herstellereigen, etwa für die Fettsorte oder die Geräuschklasse. Solche Zusätze stehen im Katalog des jeweiligen Herstellers. Schicken Sie uns die Bezeichnung, wir lösen sie auf.

Woher die Zahlen stammen

  • Aufbau der Bezeichnung mit Vor-  und Nachsetzzeichen: DIN 623-1, Maßpläne nach ISO 15. Durchmesserreihen, Bohrungskennzahlen und Ausnahmen: NTN-Katalog CAT 2203, Kapitel 5, und Timken-Katalog für Kugellager.
  • Lagerluft: DIN 620-4, Tabellenwerte für Bohrungen über 24 bis 30 mm, gleichlautend im NTN-Katalog.
  • Kugelgüte: DIN 5401 und ISO 3290-1, zulässige Abweichung von der Kugelform.
  • Toleranzklassen: ISO 492, Zuordnung zu Anwendungen nach NTN.
  • Kürzel von SKF (2RSL, RS2, TN9, TNH, T, W, HC5, WT, CE bei Spindellagern): Broschüren und Vergleichslisten von SKF. Kürzel von NTN (LLB, LLU, LLH, F-, 5S): NTN-Katalog CAT 2203. Blechkäfig als Standard beim Rillenkugellager: SKF und NTN.
  • Temperaturgrenze des Polyamidkäfigs und der NBR-Dichtscheiben: Kataloge von NTN und SKF. Grenze des PTFE-Käfigs und Freigabe des Vollkeramiklagers: Händlerdatenblatt.
  • Beständigkeit von Polyamid 66 gegen Natronlauge: Beständigkeitsliste von Celanese.

Die Kürzel einzelner Hersteller sind nicht genormt. Die Beispiele oben zeigen gängige Schreibweisen, ersetzen aber nicht die Liste des Herstellers.

Dieter Kijan, Inhaber von Rotaris, im schwarzen Polo mit Rotaris-Logo

Geschrieben von

Dieter Kijan

Inhaber von Rotaris

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