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Lagerströme im Elektromotor

Wird ein Motor am Frequenzumrichter nach ein paar Monaten laut, kann Strom durch das Lager die Ursache sein. Das ist nicht der häufigste Grund für Lagerschäden, aber einer, den man leicht übersieht.

Von Dieter Kijan 12 Minuten Lesezeit Stand 24.09.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Meist zerstören winzige Funken das Lager. Sie springen durch den Fettfilm zwischen Kugel und Laufbahn und schmelzen dort jedes Mal eine kleine Stelle auf.
  • Der Frequenzumrichter erzeugt dabei eine Spannung zwischen Welle und Gehäuse. Das Lager sitzt dazwischen und wird ungewollt zum Bauteil im Stromkreis.
  • Typisch ist ein gleichmäßiges Wellenmuster quer in der Laufbahn, dazu schwarzes Fett. Im Frühstadium ist die Laufbahn nur matt und grau. Fehlt beides, ist Strom als Ursache unwahrscheinlich.
  • Ein Hybridlager unterbricht den Weg durch das Lager. Gleiche Maße, gleicher Einbau, kein Zusatzteil. Nachschmieren muss man es trotzdem, nur seltener.
  • Ein Lager oder beide? Das hängt von der Stromart ab. Gegen Kreisströme reicht ein isoliertes Lager, gegen Funkenströme gehören beide getauscht.

Warum das so ist, steht ausführlich darunter. 12 Minuten Lesezeit.

Das Problem in Kurzform

Ein Frequenzumrichter regelt die Drehzahl eines Motors. Dafür schaltet er die Spannung sehr schnell ein und aus, einige tausend Mal je Sekunde. Das ist gewollt und funktioniert gut. Nebenbei entsteht dabei aber eine Spannung zwischen der Welle und dem Gehäuse des Motors. Die gehört dort nicht hin.

Das Lager sitzt genau zwischen Welle und Gehäuse. Es wird damit ungewollt Teil eines Stromkreises. Zwischen Kugel und Laufbahn liegt ein dünner Fettfilm, dünner als ein Tausendstel Millimeter. Dieser Film wirkt wie ein Isolator, bis die Spannung zu groß wird. Dann springt ein Funke hindurch. Das kann sich viele tausend Mal in der Sekunde wiederholen.

Kurz gesagt: Meist zerstören viele winzige Funken das Lager. Jeder einzelne schmilzt eine mikroskopisch kleine Stelle der Laufbahn auf.

Woher die Spannung kommt

Ein Umrichter schaltet hart. Er legt die volle Spannung in Sekundenbruchteilen an die Wicklung. Die drei Phasen heben sich dabei nicht ganz auf. Es bleibt eine Restspannung, die gegenüber Erde springt. Über winzige Kapazitäten im Motor, etwa zwischen Wicklung und Rotor, gelangt ein Teil davon auf die Welle.

Zwischen Welle und Gehäuse liegt dann nur ein kleiner Teil dieser Spannung an. Das klingt harmlos. Der Fettfilm im Lager ist aber so dünn, dass schon einige Volt genügen können, um ihn zu durchschlagen.

Temperatur und Drehzahl spielen mit, und zwar anders, als man denkt:

  • Warm ist nicht automatisch schlimmer. Warmes Fett ist dünnflüssiger. Der Film wird dünner und schlägt schon bei kleinerer Spannung durch, die Funken sind dann aber schwächer. In Versuchen entstanden die Riffel eher bei kaltem Lager und hoher Drehzahl. Dort staut ein dicker Film mehr Spannung auf, bevor er durchschlägt.
  • Im Stillstand und bei sehr langsamer Drehung gibt es kaum Funken. Dann berühren sich Kugel und Laufbahn, und der Strom fließt ohne Funken ab. Das ist harmlos, solange der Strom klein bleibt. Funken entstehen erst, wenn ein trennender Fettfilm da ist. Mit steigender Drehzahl wird der Film dicker, und die Gefahr wächst eher.

Drei Arten von Lagerströmen

Das wird selten unterschieden, entscheidet aber darüber, welche Gegenmaßnahme wirkt.

ArtWas passiertTypisch bei
Funkenstrom Der Fettfilm lädt sich auf und schlägt durch. Ein Funke, wie beim Funkenerodieren. Fachleute sagen dazu EDM-Strom. kleinen und mittleren Motoren, bei ABB unter Baugröße 280
Kreisstrom Ein Strom fließt im Kreis: über die Welle, durch beide Lager und durch das Gehäuse zurück. größeren Motoren, bei ABB ab Baugröße 280
Rotor-Erdstrom Das Motorgehäuse ist schlecht geerdet, die angetriebene Maschine besser. Dann fließt Strom vom Gehäuse durch das Lager in die Welle und über die Kupplung in die Maschine. Anlagen mit schlecht geerdetem Motorgehäuse

Das hat eine praktische Folge. Gegen den Kreisstrom genügt ein isoliertes Lager, meist auf der Seite ohne Antrieb. Dann ist die Schleife offen. Gegen den Funkenstrom genügt das nicht. Beide Lager liegen an derselben Spannung, und jedes bietet einen eigenen Weg. Deshalb gehören hier beide Lager getauscht, zum Beispiel gegen zwei Hybridlager. Gegen den Rotor-Erdstrom helfen eine gute Erdung, eine isolierte Kupplung oder zwei isolierte Lager.

Sehr große Maschinen kennen außerdem Wellenspannungen durch magnetische Unsymmetrie, auch ganz ohne Umrichter. Die lassen wir hier beiseite.

Wie der Schaden entsteht

Der Ablauf hat meist vier Stufen:

  1. Aufladen. Zwischen Welle und Gehäuse baut sich Spannung auf. Der Fettfilm isoliert noch.
  2. Durchschlag. Die Spannung wird zu groß. Ein Funke springt an der engsten Stelle des Films über und schmilzt eine winzige Menge Stahl auf.
  3. Krater. Der geschmolzene Stahl erstarrt sofort wieder und hinterlässt einen winzigen Krater. Einzeln ist er bedeutungslos. In dichter Folge wird die Laufbahn matt und grau.
  4. Wellenmuster. Millionen solcher Krater ergeben mit der Zeit ein gleichmäßiges Muster quer zur Laufrichtung. Es sieht aus wie ein Waschbrett. Fachleute nennen es Riffelbildung.
Eine Kugel zwischen Außen-  und Innenring, der Fettfilm am oberen Kontakt stark vergrößert. Die Spannung an der Welle hat die Durchschlagsgrenze erreicht, ein Funke springt durch den Film. Darunter die abgewickelte Laufbahn des Außenrings: matt, mit vielen kleinen Kratern und regelmäßigen Riffeln quer zur Laufrichtung.SpannungDurchschlagAußenringInnenringFettfilm, stark vergrößertFunkeLaufbahn des Außenrings, abgewickeltRiffeln
Links die Spannung an der Welle, in der Mitte eine Kugel mit stark vergrößertem Fettfilm, unten die Laufbahn des Außenrings, flach gelegt. Jeder Funke hinterlässt einen Krater. Nach langer Zeit ist die Bahn matt, und Riffeln quer zur Laufrichtung sind entstanden.

Warum am Ende ein gleichmäßiges Muster steht und keine zufällige Rauheit, ist im Detail noch nicht geklärt. Die gängige Erklärung: Die Kraterränder stören den Lauf und bringen die Kugeln zum Schwingen. Weitere Funken treffen dann bevorzugt dieselben Stellen. Das Lager schleift sich sein eigenes Waschbrett.

Ab dem Punkt, an dem die Wellen sichtbar sind, geht es schnell. Die Kugeln rattern über die Wellen. Das erzeugt Schwingungen, zerstört den Fettfilm zusätzlich und macht Lärm. Bald darauf fällt das Lager aus.

Woran man es erkennt

Lagerströme hinterlassen ein typisches Bild. Wer weiß, worauf er achten muss, erkennt es meist ohne Messgerät:

  • Ein lauteres, oft singendes oder pfeifendes Geräusch. Es klingt anders als normales Lagerrumpeln.
  • Ein gleichmäßiges Wellenmuster in der Laufbahn, sichtbar nach dem Zerlegen. Regelmäßig wie ein Waschbrett und quer zur Laufrichtung. Ein ähnliches Muster kann selten auch von Schwingungen kommen.
  • Eine matte, graue Laufspur im Frühstadium, bevor sich Wellen bilden. Unter dem Mikroskop sieht man dichte kleine Krater statt einer glänzenden Fläche.
  • Schwarzes, verbrannt wirkendes Fett. Die Funken zersetzen den Schmierstoff.
  • Beide Lager betroffen, aber unterschiedlich stark. Welche Seite stärker leidet, hängt von Stromart und Erdung ab.
  • Der Schaden kam nach einem Umbau. Der Klassiker: Der Motor lief jahrelang direkt am Netz, dann kam ein Frequenzumrichter dazu, und wenige Monate später ist das Lager hin.

Jetzt kommt der teure Trugschluss. Weil das Lager mechanisch kaputt ist, wird ein neues Lager derselben Art eingebaut. Die Ursache bleibt, und der Schaden kommt wieder. Meist im selben Zeitraum. Fällt dasselbe Lager zum zweiten Mal aus, lohnt ein Blick auf den ganzen Antrieb: Umrichter, Kabel, Erdung, Ausrichtung und Schmierung.

Was dagegen hilft

Es gibt mehrere Wege. Sie unterscheiden sich stark in Aufwand und Wirkung. Grob gilt: Man kann den Strom entweder ableiten oder unterbrechen.

Mit Stahllagern

Halbschnitt durch den Motor mit Stahllagern. Die Spannung gelangt von der Wicklung kapazitiv auf die Welle. Der Strom fließt durch Innenring, Kugel und Außenring beider Lager ins Gehäuse und über die Erdung zurück zum Frequenzumrichter.GehäuseFUWicklungWelleLager ALager BAußenringKugelInnenringkapazitivdurch die Kugelzurück über das Gehäuse

Mit Hybridlagern

Halbschnitt durch den Motor mit zwei Hybridlagern. Die Spannung gelangt von der Wicklung kapazitiv auf die Welle. An den Keramikkugeln beider Lager endet der Weg, durch die Lager fließt kein Strom. Die Spannung an der Welle bleibt bestehen.GehäuseFUWicklungWelleLager ALager BAußenringKugelInnenringkapazitivSi₃N₄ leitet nichthier endet der WegSpannung bleibt
Oben mit Stahllagern: Die Spannung gelangt von der Wicklung auf die Welle. Der Strom fließt durch Innenring, Kugel und Außenring ins Gehäuse und über die Erdung zurück zum Umrichter. Beide Lager bieten diesen Weg. Unten mit zwei Hybridlagern: Die Keramikkugeln unterbrechen den Weg durch beide Lager. Die Spannung an der Welle bleibt bestehen.
MaßnahmePrinzipBewertung
Hybridlagerunterbrechen Die Keramikkugel leitet nicht, der Weg durch das Lager ist offen. Einbau wie beim Stahllager, keine Änderung an der Maschine. Meist die einfachste wirksame Lösung, was ein Hybridlager ausmacht.
Isoliertes Lagerunterbrechen Ein Ring trägt eine Keramikschicht. Sie verträgt die üblichen Passungen. Bei schnellen Spannungswechseln lässt sie mehr Strom durch als ein Hybridlager, weil sie wie ein Kondensator wirkt.
Erdungsbürste an der Welleableiten Führt den Strom am Lager vorbei. Wirksam, braucht aber Platz an der Welle. Kohlebürsten verschleißen und brauchen Wartung.
Isolierte Kupplungunterbrechen Verhindert, dass Strom über die Welle in die angetriebene Maschine fließt. Das schützt bei Rotor-Erdströmen auch die Motorlager. Gegen Funken-  und Kreisströme hilft sie nicht.
Filter am Umrichtervermindern Ein Gleichtaktfilter dämpft den Strom, der die Lager belastet. ABB empfiehlt ihn für Motoren ab etwa 350 kW. Ein du/dt-  oder Sinusfilter schützt vor allem die Wicklung. Filter kosten Geld und Platz.
Geschirmtes Motorkabelvermindern Grundvoraussetzung: symmetrisches Kabel, Schirm an beiden Enden rundum aufgelegt. Allein keine Lösung, sollte aber ohnehin so sein.

Warum Hybrid meistens reicht

Strom braucht einen geschlossenen Weg. Beim Funkenstrom gibt es zwei Wege, je einen über jedes Lager. Beide müssen unterbrochen sein. Das leisten zwei Hybridlager: Die Keramikkugel sitzt zwischen Innen-  und Außenring und leitet nicht. Beim Kreisstrom genügt eine Unterbrechung, dort reicht ein Hybridlager auf der Seite ohne Antrieb.

Warum dann nicht einfach ein beschichtetes Lager? Schnell wechselnder Strom kommt auch durch dünne Isolierschichten hindurch, so wie durch einen Kondensator. Beim beschichteten Lager ist die Keramikschicht auf dem Ring rund 0,1 bis 0,2 mm dick und bedeckt eine große Fläche. Das ergibt einen großen Kondensator. Beim Hybridlager steckt die Keramik in den dicken Kugeln, und die berühren die Ringe nur auf kleinen Flächen. Schaeffler gibt für seine Hybridlager rund ein Hundertstel der Kapazität eines beschichteten Lagers an. Das ist der eigentliche Vorteil.

Dazu kommt das Praktische: Ein Hybridlager hat dieselben Maße wie das Stahllager, das es ersetzt. Kein Umbau, kein zusätzliches Bauteil, längere Schmierfristen. Und weil die Ringe aus Stahl bleiben, bleibt die dynamische Tragzahl dieselbe. Man tauscht die Lager, und die Funken in den Lagern hören auf.

Vollkeramik wäre hier zu viel des Guten. Sie isoliert zwar noch besser, kostet aber deutlich mehr und trägt weniger, beim 6000 aus Zirkonoxid rund ein Drittel weniger, wie im Beitrag Hybrid oder Vollkeramik nachgerechnet. Für ein reines Stromproblem gibt es keinen Grund dazu.

Auf welcher Seite? Das hängt von der Stromart ab. Gegen Kreisströme reicht ein isoliertes Lager auf der Seite ohne Antrieb. Gegen Funkenströme gehören beide Lager getauscht. Ist die angetriebene Maschine besser geerdet als der Motor, kann zusätzlich ein Potentialausgleich zwischen Motor und Maschine oder eine isolierte Kupplung nötig sein. Sonst fließt ein Teil des Stroms über das Antriebslager und die Welle in die Arbeitsmaschine. Wie das aussieht, zeigt die Abbildung im Beitrag Von Stahl auf Hybrid umrüsten.

Wann Hybrid nicht die Antwort ist

Damit hier nichts falsch ankommt: Nicht jeder Lagerschaden an einem Umrichtermotor kommt vom Strom. Bevor Sie Geld für Hybridlager ausgeben, schließen Sie die einfachen Ursachen aus:

  • Ausrichtfehler. Ein schief stehender Antrieb zerstört Lager zuverlässig, ganz ohne Elektrik. Das Schadensbild ist dann einseitig und ohne Wellenmuster.
  • Falsches oder altes Fett. Laut SKF geht rund ein Drittel der vorzeitigen Lagerausfälle auf die Schmierung zurück.
  • Schwingungen von der Maschine. Unwucht am Lüfter, an der Pumpe, am Getriebe.
  • Zu straffer Riemen. Belastet das nächstgelegene Lager dauerhaft zu stark.

Fehlen Wellenmuster und matte, graue Laufspur, ist Strom als Ursache unwahrscheinlich. Dann bringt ein Hybridlager wenig. Im Zweifel lassen Sie die Laufbahn unter dem Mikroskop prüfen.

Wie Sie vorgehen

  1. Schadensbild ansehen. Lager zerlegen, Laufbahn prüfen, Fett prüfen. Wellen quer zur Laufrichtung und schwarzes Fett sind starke Hinweise.
  2. Andere Ursachen ausschließen. Ausrichtung, Fett, Riemen, Schwingungen.
  3. Motorkabel prüfen. Ist es symmetrisch aufgebaut, geschirmt und beidseitig sauber aufgelegt? Wenn nicht, zuerst das in Ordnung bringen. Das kostet wenig und hilft oft schon spürbar.
  4. Stromart beachten. Bei kleinen und mittleren Motoren überwiegen Funkenströme. Dann beide Lager tauschen. Bei großen Motoren kommen Kreisströme dazu. Dagegen hilft ein isoliertes Lager auf der Seite ohne Antrieb. Je nach Erdung kommt auf der Antriebsseite eine Maßnahme dazu.
  5. Hybridlager einsetzen. Die Grundbezeichnung bleibt, dazu kommt ein Kennzeichen für die Keramikkugeln. Bei Schaeffler steht HC davor, bei SKF HC5 dahinter, bei uns heißen die Artikel HYS und HYE. Die Lagerluft des alten Lagers übernehmen, im Motor meist C3. Was beim Tausch sonst zu prüfen ist, steht in der Checkliste Von Stahl auf Hybrid umrüsten.
  6. Nach einigen Monaten prüfen. Messen Sie die Wellenspannung und achten Sie auch auf die Lager der angetriebenen Maschine. Ein leiser Motor allein beweist wenig, denn auch das alte Lager lief anfangs leise.

Häufige Rückfragen

Kann ich Lagerströme messen, ohne den Motor zu zerlegen?

Ja, zumindest die Spannung an der Welle. Eine Bürste tastet die laufende Welle ab, ein Oszilloskop zeigt den Verlauf. Die Spannung springt im Takt des Umrichters. Schlägt der Fettfilm durch, bricht sie schlagartig ein. Hört man das Lager schon singen, ist der Schaden meist weit fortgeschritten.

Reicht es, nur ein Lager zu tauschen?

Das hängt von der Stromart ab. Gegen Kreisströme in großen Motoren reicht ein isoliertes Lager auf der Seite ohne Antrieb. Gegen Funkenströme reicht es nicht, denn beide Lager liegen an derselben Spannung. Bei kleinen und mittleren Motoren gehören deshalb beide Lager getauscht.

Hilft eine niedrigere Taktfrequenz am Umrichter?

Sie senkt die Zahl der Funken je Sekunde, beseitigt die Ursache aber nicht. Außerdem wird der Motor bei niedriger Taktfrequenz lauter. Als Notbehelf zwischen Schaden und Ersatzteil brauchbar, als Lösung nicht.

Wirken Hybridlager auch gegen Strom aus anderen Quellen?

Durch das Hybridlager selbst fließt kaum noch Strom, egal woher die Spannung kommt. Ob vom Umrichter, von einem statisch aufgeladenen Riemen oder von einer Schweißstromrückführung. Die Spannung an der Welle bleibt aber. Sie kann sich einen anderen Weg suchen, zum Beispiel über die Kupplung in ein Getriebe. Bei Schweißarbeiten gilt deshalb weiter: Masse direkt am Werkstück anklemmen.

Wie lange hält ein Hybridlager im Vergleich?

Wenn Lagerströme die Ursache waren, hält es so lange wie ein Lager ohne Stromschaden. Die Ursache ist ja weg. Eine feste Zahl lässt sich daraus nicht machen, weil sie von Last, Drehzahl, Temperatur und Schmierung abhängt. Der belastbare Satz lautet: Der Ausfallgrund, der vorher nach Monaten zugeschlagen hat, entfällt. Das Fett hält in Hybridlagern außerdem länger.

Woher die Angaben stammen

  • Stromarten, welche Lager bei welcher Stromart isoliert werden, Kapazität von Hybridlagern gegenüber beschichteten Lagern (rund 40 pF, Faktor 100) und Schadensbild: Schaeffler TPI 206 „Stromisolierende Lager“.
  • Strompfade über Antriebslager und Arbeitsmaschine, Ausfall nach einem bis sechs Monaten, Kabel und Erdung: ABB Technical Guide No. 5. Baugröße 280, isoliertes Lager auf der Seite ohne Antrieb, Gleichtaktfilter ab 350 kW: ABB Product Note 9AKK107336.
  • Riffel als Folgeschaden, Waschbrettmuster auch durch Schwingungen, Ausfallstatistik: SKF „Bearing damage and failure analysis“ und SKF Evolution 2/01. Längere Schmierfristen im Hybridlager und Einbau beschichteter Lager: SKF-Broschüre 6160.
  • Einfluss von Temperatur und Drehzahl auf Durchschläge und Riffel: Gonda und andere (2019) sowie Safdarzadeh und andere (2023), beide in der Zeitschrift Lubricants.
  • Tragzahlvergleich Vollkeramik gegen Stahl: siehe Beitrag Hybrid oder Vollkeramik.

Wie hoch die Spannung im einzelnen Motor wirklich wird, hängt von Bauart, Umrichter, Kabel und Erdung ab. Das lässt sich nur messen, nicht ausrechnen. Deshalb stehen hier bewusst keine festen Voltzahlen.

Dieter Kijan, Inhaber von Rotaris, im schwarzen Polo mit Rotaris-Logo

Geschrieben von

Dieter Kijan

Inhaber von Rotaris

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